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Neuer Roman

Zahlenrätsel

Es ist bald Herbst. Und im Herbst, am 21. September 2022 wird mein neuer Roman „Zahlenrätsel“ (ISBN 978-3-00-072655-2) erscheinen. Es ist ein Blick zurück in eine frühere Story von mir, die sich um die ehemalige Polizei-Stadt-Inspektion Zwei in der Amtstraße in Schwerin dreht. Hier wirkten die beiden Protagonisten Thomas Haller und Günter Grosche, beides Kriminal-Hauptkommissare, die in Schwerin und in der Umgebung des Inspektionsbezirks Schwerin ab dem Jahr 1991, mit der Neugründung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, sich um die ungeklärten Todesfälle, wie Unfallopfer von Verkehrsunfällen, ungeklärte Todesfälle, die zufällig aufgefunden wurden und Suizide kümmern müssen.

Und deshalb springen wir zurück ins Jahr 2013, in dem die beiden Schweriner Stadt-Inspektionen Schwerin Stadt Eins und Schwerin Stadt Zwo kurz vor ihrer Auflösung durch die übergeordneten Dienstellen des 1991 neu gegründeten Landeskriminal-Amtes in Rampe am östlichen Ufer des Schweriner Sees stehen. Es ist im Grunde der vorletzte Fall, den die Hauptkommissare Thomas Haller und Günter Grosche gemeinsam lösen müssen, als sie zu einem potentiellen Mordopfer in der Schweriner Schlachterstraße gerufen werden. Eine Frau, die Besitzerin einer Papeterie, eines Schreibwarengeschäfts der gehobenen Klasse, wird tot in ihrem Laden aufgefunden. Ein Stich durch ihre Rippen in ihr Herz hat sie getötet. Bei der Untersuchung des Tatorts stoßen Haller und Grosche auf eine sehr umfassende Bibliothek der Ladenbesitzerin, in der historische Bände von Literatur aus der Renaissance und der Romantik den Hauptbestandteil darstellen. In diesen Büchern finden sie auf den Titelseiten der Bücher fünfstellige Zahlencodes, die sie beide an ihre frühere Tätigkeit in der DDR-Zollpolizei erinnern. Als Zoll-Polizisten waren sie hauptsächlich mit nachrichtendienstlicher Tätigkeit und dem chiffrieren und dechiffrieren von Nachrichten beschäftigt. Und das, was sie in den Büchern fanden, erinnerte sie erst an Codebücher, die für die Chriffrierung und Dechiffrierung von Texten verwendet wurden. Nur finden sie leider kein ‚Hauptbuch‘. Sie finden auch keinen Computer oder Laptop, den man dazu verwendet haben könnte.

Helfen kann ihnen erst eine Kriminaltechnikerin des Landeskriminalamtes, die als Fotografin an den Tatort gerufen wurde. Sie hat die besondere Gabe, dass sie auch ein fotografisches Gedächtnis hat und so helfen kann, den Hintergrund dieses ‚Zahlenrätsels‘ zu lösen. Durch den Hinweis einer Aushilfskraft der Kriminalpolizei Schwerin, die in der Verwaltung arbeitet, nachdem sie bei Stellenkürzungen durch alle Raster gefallen ist, gelingt es der Kriminaltechnikerin Karin Siebe, hinter das dunkle Geheimnis der Zahlenkombinationen zu kommen: der Vater der Toten, Emilie Fischer, hatte sich nach dem Krieg als Hobbyhistoriker damit beschäftigt, die ‚Erben‘ von Grundstücken und Häusern ausfindig zu machen, die Gebäude und Gründstücke und die Habe der hauptsächlich jüdischen Eigentümer, die während des Dritten Reiches vom SS-Wirtschafts- und Verwaltungs-Hauptamt in Berlin enteignet und als KZ-Häftlinge ums Leben gekommen sind, übernommen hatten. Die ‚Erben‘ hatten diese Grundstücke und Häuser in Mecklenburg um Schwerin herum durch Auktionen und andere Verteilungen, wie zum Beispiel durch Schenkungen von der SS erworben. Walther Fischer, der Vater der Toten, hatte sich in mühsamer Recherchearbeit auch die Akten zu der Besitzübertragung von den enteigneten Eigentümern auf die neuen ‚Erben‘ beschafft und sie sicher aufbewahrt. Die Zahlenschlüssel waren seine eigene Idee, um die vielen Akten und Adressen zusammenführen zu können.

Und als sich Emile Fischer mit einer kleinen Gruppe von Aktivisten zusammentat, um das Erbe ihres Vaters aufzuarbeiten, entwarf diese Aktivistengruppe ein Flugblatt, dass sie gezielt an alle ‚Erben‘ verschickten. Emilie Fischer war das erste Todesopfer, dass einem offensichtlich rachelüsternen Mörder zum Opfer gefallen war. Schon am nächsten Morgen finden sie ein zweites Todesopfer aus der Aktivistengruppe. Und den beiden Kommissaren Haller und Grosche wird klar, dass nun auch die anderen Mitglieder der Gruppe in Gefahr sind.

Die Idee …

Die Idee zu diesem Roman beruht auf einer ganzen Reihe von Recherchen, die ich zwischen 2010 und 2012 in Mecklenburg-Vorpommern, Polen und Weißrusland durchgeführt habe. Die im Roman auftauchenden Örtlichkeiten und Charaktäre haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Es ging mir nur darum, aufzuzeigen, dass man vieles von der Zeit des Dritten Reiches heute immer noch nicht aufgearbeitet hat. Und es soll an die unzähligen Opfer erinnern, die in den KZs Neuengamme und Ravensbrück und den rund 80 wilden Außenlagern in Mecklenburg-Vorpommern umgebracht wurden. Insgesamt fielen mehr als sechstausend jüdische Gläubige aus dreiundvierzig jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern dem SS-Regime zum Opfer. Heute gibt es in Schwerin in der Schlachterstraße und in Rostock Augustenstraße die einzigen beiden jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, die gerade mal etwas mehr als siebzig Gläubige umfassen. Der Besitz der früheren jüdischen Gemeindemitglieder wurde eingezogen und an die ‚Erben‘ der SS-Zeit veräußert oder verschenkt. Bei der Neugründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 hatte man es versäumt, sich um diese ‚Hehlerware‘ zu kümmern. Ähnlich wie bei ungeklärten Todesfällen bleibt die Zuordnung von Hehlerware ebenso ein offener Fall, bis man den rechtmäßigen Besitzer ermittelt hat. Bei den enteigneten Grundstücken und Gebäuden während der SS-Zeit wurde jedoch bei der Neugründung der beiden deutschen Staaten Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik unter dieses Thema ein Schlussstrich gezogen, der heute immer noch fragwürdig erscheint.

Mitmach-Projekt

Die Entstehung eines solchen Buches ist nicht gerade etwas, was man eben mal so aus der Tasche schütteln kann. Über viele Jahre habe ich Zahlen und Daten zusammentragen müssen, um den Kern der Geschichte darstellen zu können. Inzwischen bin ich damit beschäftigt, die zahlreichen Notizen und Manuskripte in ein Buch zusammen zu tragen. Und dann kommt das Lektorat, welches einiges an Kosten verursachen wird, ebenso die Gestaltung eines Umschlages und der Druck des Buches. Meine Zielsetzung ist, ein Buch abzuliefern, welches zu einem erschwinglichen Preis als Paperback in einem Verlag erscheinen kann.

Wer mithelfen möchte, etwas zur Deckung der Kosten beizutragen, kann mit mir per Email Kontakt aufnehmen. Für jede Spende von 9,90 Euro (das wird der Endverkaufspreis des Buches sein) bekommt jede Spender*in ein Vorabexemplar des Buches noch vor seinem offiziellen Erscheinen im Herbst 2022. Versprochen.