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covid-19 und die soziale Kälte

Ein Kommentar!

Covid-19 hat uns etwas bedeutendes gelehrt: wir brauchten keinen SARS-cov-2-Virus, um eine vorherrschende soziale Kälte in unserer Gesellschaft zu erzeugen. Der Virus hat mit seiner pandemischen Auswirkung nur dazu geführt, dass uns die vorangegangene gesellschaftliche Entwicklung um so deutlicher vor Augen geführt wird. Wir sind nun mal zu einer „Hoppla-Jetzt-Komm-Ich“-Gesellschaft verkommen. Die Menschen, die sich noch für die Allgemeinheit einsetzen und engagieren, sind zahlenmäßig durch die Pandemie noch weniger geworden, weil sie sich einfach fürchten, ganz und gar zu vereinsamen. Die Tendenz zeigt, dass sich immer mehr Menschen auf den Weg des Egoismus gemacht haben, weil sie nämlich in ständiger Angst leben, vergessen zu gehen. Und da ist in ihren Augen „Auffallen um jeden Preis“ die vermeintlich bessere Lösung. Natürlich schaffen sie damit widerum vermehrt zusätzliche soziale Kälte. Aber die Angst spielt in den meisten Fällen eine große Rolle: Angst davor, übersehen zu werden; Angst, nicht genug zu bekommen; Angst, bedrängt oder verletzt zu werden; Angst vor dem Fremden; Angst vor der Angst.

Und so fällt es natürlich schwer, anderen gegenüber zu treten, wenn man weiß, dass jedes Aufeinanderzugehen beim Gegenüber schon weitere Ängste auslösen kann. Doch in solchen Zeiten, einer globalen Katastrophe (also nicht nur das SARS-cov-2-Virus, sondern auch die Klimaveränderungen mit ihren unmittelbaren Auswirkungen auf unser Leben, den Zerfall des sozialen Fürsorgestaates, der sich zunehmend auf Druck der Lobbyverbände aus der Finanzindustrie zurückzieht, die politische und reaktionäre Verrohung des demokratischen Systems in vielen Staaten innerhalb der UN und nicht zuletzt die steigende Kriegsgefahr) … in solch einer Katastrophe ist es wichtig, dass wir wieder mehr aufeinander zugehen. Nicht jeder Mensch, der uns mit Höflichkeit begegnet, versucht uns zu vereinnahmen. Nicht jeder Mensch, der uns Hilfe anbietet, will uns betrügen. Nicht jeder Mensch, der unsere Nähe sucht, trachtet nach der Unversehrtheit unserer Gesundheit und unserer Person. Wir müssen nicht jeden, außerhalb unseres eigenen Körpers und Geist als unseren potentiellen Feind betrachten. Wenn wir das tun, sind wir selbst unser eigener, allerärgster Feind und dürfen uns nicht wundern, wenn wir daran krank werden, uns immer mehr isolieren, letztendlich daran sogar sterben. Die Angst ist das Symptom. Und die gilt es, besonders jetzt, zu besiegen.

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Außer Gerede nichts gewesen

Immer lauter werden die Mahnungen, unsere Demokratie sei durch die rechtsgerichteten Strömungen in ernster Gefahr. Was ja auch stimmt. Die rechtsgerichteten Gesinnungsgenossen sind stark auf dem Vormarsch und füllen die Löcher in unserem Staatswesen aus, die von den regierenden Demokraten achtlos zurückgelassen werden. „Wir sind selbst schuld, wenn es ein Viertes Reich“ gibt, das vermutlich nicht einmal so lange existieren wird, wie das „Dritte Reich“, was ja schon nach wenigen Jahren im Chaos zusammengebrochen war. Nur, hinterher wird niemand mehr da sein, wie einst die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, die uns im Westen nach diesem Chaos wenigstens die grundlegendsten Anstandsregeln demokratischer Lebensführung beigebracht hatten. Auf diese Hoffnung werden wir uns in der Zukunft nicht mehr stützen können.

Im Moment erlebe ich nur, wie planlos drauflos regiert wird, wie uneins die Entscheidungen in den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden und wie die Vernunft und die Verantwortung für die Lebensfähigkeit unserer Kinder und Enkel, deren Kinder und Enkel auf Dauer dem nicht enden wollenden Wahlkampfgetöse zum Opfer fallen. Dabei werden wir, egal welche Parteien hinterher eine Koalition eingehen werden, die selben Labertaschen auf der Regierungsbank sitzen, die heute jedes Umwelt- und Klimaziel gegen die Wand gefahren haben, die verschlafen haben, dass trotz der enormen Anstrengungen gegen das SARS-cov-2-Virus das Gesundheitswesen dem Untergang geweiht ist. Dass in Zukunft nur noch die Kinder von den ganz Reichen Bildung und Gesundheitsfürsorge erwarten können, die es auch aus ihrer Kaffeekasse zahlen können, denn es werden weder genügend Betreuer in den Kindertagesstätten da sein, es werden die Lehrer fehlen, es wird an den Universitäten nur noch Spar-Studiengänge geben, in den Krankenhäusern und Pflegeheimen wird das Personal fehlen und auf dem Land wird es keine Allgemeinmediziner mehr geben, weil das heute schon zum unattraktivsten Beruf überhaupt geworden ist.

Inzwischen habe ich schon so viele Ärzte selbst kennen gelernt, die entweder gar keine Lust mehr haben, ihren Beruf auszuüben – oder nur noch darauf hoffen, ohne eine Gegenleistung so viel wie möglich Geld von den Krankenkassen zu bekommen. Bei den paar Ärzten, von denen ich weiß, dass sie ihren Beruf noch ernst nehmen und dass ihnen das Wohl der Patienten ein persönliches Anliegen ist, sehe ich zunehmende Verschleiß-Erscheinungen, die sie über kurz oder lang zum Aufgeben zwingen werden.

Wenn sich die Politiker in Berlin und in den Landesparlamenten darüber wundern, warum so viele Menschen ihrer Politikverdrossenheit Ausdruck verleihen und zu den Verschwörern und Volksverhetzern überlaufen, dann müssen sie sich an ihre eigene Nase fassen. Dass Bundesminister, wie unser Andreas Scheuer, mit seinem falschen tschechischen Doktortitel und den beklagenswerten Fehlleistungen seiner politischen Karriere noch Bundesminister sein dürfen, ist Ausdruck der allgemeinen Bundes-Verfassung! Solche Politiker öffentlich vor die Kamera zu zerren und sie Sprüche ablassen zu lassen, an die sie selbst vermutlich nicht einmal glauben können, außer an das Geld, was sie nebenher dadurch in die Tasche stecken können – wenn nicht gleich, dann zumindest in der nahen Zukunft, das kann nur jede Wählerin und jeden Wähler unglücklich abschrecken, ein Kreuz auf den nächsten Wahlzettel zu machen!