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Unternehmerwohl oder Tierwohl?

Nun, ich habe es mir angehört, was unsere Landwirtschaftsministerin in Sachen Tierwohl gesagt hat. Mir ist dabei aufgefallen, dass es alleine die Verbraucher zahlen sollen. Aber was eigentlich? Wem kommt das Geld denn wirklich zu Gute? Ich sehe da in erster Linie nur die Fleischverarbeitungs-Konzerne, die jetzt endgültig als Gewinner da stehen. Sie dürfen mehr Geld für Ihre Ware verlangen und auf den Verbraucher abwälzen. Aber die Bauern? Ich habe davon mit keinem Wort etwas gehört, dass die „Erzeuger“ es bekommen werden, weder das Geld, noch die Verantwortung für das „Tierwohl“.

Was soll das überhaupt heißen? Tierwohl? Doch sicher, dass die Tiere ein glückliches, gesundes und artgerechtes Leben führen dürfen. Ist das aber überhaupt möglich, wenn wir uns um dieses fiktive „Tierwohl“ in der Produktion mühen … oder zumindest so tun, als würden wir es tatsächlich tun wollen.

Denn letztendlich waren es immer die Verbraucher, die sich gescheut haben, für das Fleisch eines abgehangenen Steaks 70 Euro pro Kilo zu zahlen. Das ist, meinem Empfinden nach, der Preis, den ein Bauer für dieses Stück Fleisch aus dem Nacken eines Bullen oder einer Kuh verlangen sollte! Und diese 70 Euro pro Kilo würde ich sogar dem Bauer zubilligen, wenn er mit der sogenannten „Feldschlachtung“ arbeitet. Das bedeutet, dass das Tier inmitten seiner angestammten Herde von einem gut geschulten Jäger und Scharfschützen mit einem Schuss in den Schädel getötet wird, dass es auf der Stelle zusammenbricht. Für die anderen Tiere ist das überhaupt kein Stress. Denn für sie ist es „normal“, dass ein Tier in ihrer Anwesenheit stirbt.

Dann wird das Tier, wenn die Herde weggeführt wurde, direkt auf dem Feld in einem mobilen Schlachtmobil zerlegt und das zerlegte Fleisch zum Händler gebracht. Das mag dann eine Metzgerei meines Vertrauens sein, so wie ich eine habe, die ausschließlich bei Rindern die „Feldschlachtung“ anbietet. Und da zahle ich gerne für ein Nackensteak vom Bullen 70 Euro pro Kilo – mindestens 3 Wochen luftgetrocknet. Weil es mir dann noch besser schmeckt.

Von admin-heise

62 Jahre, Autor, freier Journalist, Fotograf, Amateurfunker (DL1MKK/DN1MKK), schwer-behindert, Motorradfahrer (Honda NSA700A)