Realitätsverweigerung

Zu der „covid-19“-Epidemie gehört wohl auch dazu, dass sich mit der Zeit die Realitätsverweigerung stark macht. Nicht nur gegen die Existenz eines SARS-2-cov-Erregers, sondern auch gegen alles, was mit der Abkehr von der klimaschädlichen und profit-orientierten Ökonomie zusammenhängt. Schon haben sich durch die Einschränkungen in unserem Lebensalltag sowohl die Fallzahlen der „covid-19“-Epidemie verringert und sich die Umweltdaten deutlich verbessert, schon erschallt der laute Ruf der Ökonomen, nach einer Abkehr vom Klimaschutz und volle Pulle voraus ins 20. Jahrhundert zurück!

So verständlich die menschliche Wunsch-Natur zur Rückkehr in die gewohnte „Normalität“ auch ist, so muss ich doch feststellen, dass das, was als „Normalität“ bezeichnet wird, nichts weiter ist, als die Realitätsverweigerung eines absoluten Weltuntergangs-Kurses, den wir vor „covid-19“ eingeschlagen hatten und nie und nimmer aufgeben wollten.

Ich möchte hier noch einmal die Begriffe „Inventur“ und „Bilanz“ näher bringen. „Inventur“ bezeichnet die „körperliche Feststellung der Anwesenheit“ von Waren, Gütern und Investitionen in einem Wirtschaftsunternehmen. Eine Nation (wie z.B. Deutschland) oder ein Nationen-Verbund (z.B. Europa, EU oder die U.S.A.) ist volkswirtschaftlich auch ein abgeschlossenes Wirtschaftsunternehmen, welches Handel mit umliegenden Wirtschaftsunternehmen betreibt. Handel ist wichtig, ohne Frage, und er erhält auch die Wirtschaftsgrundlage unserer Bevölkerung und ernährt sie, gibt ihnen Wohnung und soziale Sicherheit. Aber unsere Gesundheit, unsere Umwelt, die schützenswerte Natur sind ebenso Wirtschaftsgüter zur Erhaltung unserer Lebensgrundlage und gehören mit in die „Inventur“.

Bei unserer „Bilanz“ sieht es auch nicht gut aus: unser stärkster „Aktiv-Posten“ ist die Umwelt. Sie kostet uns am meisten. Sie kostet uns die Lebensgrundlage, sie kostet uns sogar das Leben, sollte sie vollkommen versagen und unersetzbar ausfallen. Da zur Umwelt nicht nur Flora und Fauna gehört, sondern auch unsere Gesundheit und unsere lebendige Existenz, so müssen wir bei unserer Bilanzbetrachtung immer davon ausgehen, dass Natur und Gesundheit Kapitalgüter sind, die vornehmlich auf der „Passiva“-Seite der Bilanz zu finden sein müssen!

Was ich als Realitätsverweigerung ansehe, ist der Umstand, dass im Moment vor allem die Großinvestoren von „covid-19“ profitieren. Durch den Verfall der Börsenkurse und die Möglichkeit billige Anteile von anderen Unternehmungen aufzukaufen, ergibt sich eine viel größere Marktkonzentration auf wenige Mitbewerber zu Lasten (also „Aktiva“) von Umwelt, Gesundheit und menschliche Existenz. Und dabei wollen ja so gut wie alle zur „Normalität“ zurück. Aus dieser Realitätsverweigerung ergibt sich für mich nur eines: ein kollektiver Suizid-Wunsch!

Das kann es doch nicht sein, oder?